Maerchenonkel

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Der Gockel

Einst gab es einen Gockel, der lebte gl?cklich und zufrieden auf einem H?hnerhof. Jeden Morgen zur selben Stunde kletterte er auf seinen Misthaufen und kr?hte. Dann tauchte die Sonne auf und sandte ihre ersten Stahlen durch die Wolken.
?G?be es mich nicht?, dachte er stolz, ?w?rde die gesamte Erde in tiefer Dunkelheit versinken.?

Die Hennen auf dem Hof waren mit ihrem Hahn sehr zufrieden und eilten unterw?rfigst zu ihm, sobald er ein heiseres Kr?chzen von sich gab. "Du bist der gr??te und sch?nste Hahn, den wir je gesehen haben", lobten sie ihn im Chor, "nichts ist mit deiner Sch?nheit vergleichbar und wir sind froh, in deinem Schatten nach W?rmern suchen zu d?rfen!"
Dies stimmte auch in gewisser Weise, denn der Gockel war der einzige Hahn auf dem Hof und niemals zuvor hatten die Hennen einen anderen zu Gesicht bekommen.

So h?tte er gl?cklich und zufrieden leben k?nnen, wenn er nicht eines Tages auf den Gedanken gekommen w?re, dass dieser H?hnerhof nicht gut genug f?r ihn sei.
?Ich will in die Welt hinausgehen, denn dieser Hof erscheint mir viel zu winzig und sch?big f?r einen Hahn, der so bedeutend ist wie ich?, entschied er und entschl?pfte in einem g?nstigen Moment auf die Dorfstra?e. Hier erschien ihm die Welt unheimlich gro? und weit, aber er dachte: ?Das soll mich nicht aufhalten, schlie?lich besitze ich sogar Macht ?ber die Sonne.?
So streckte er seine Brust heraus und schritt stolz umher, w?hrend seine bunten Federn leuchtend im Wind flatterten. Aus der Ferne h?rte er auf einmal das Gackern anderer Hennen und er beschloss, zu ihnen zu gehen. ?Ich will doch mal schauen, wie solch arme Gesch?pfe leben m?ssen, die keinen so starken Gockel wie mich haben.?

Als er zu dem Hof kam, sah er, dass die Hennen dort viermal so gro? waren wie er. ?Was sind das denn f?r merkw?rdige Wesen?, fragte er sich, ?H?hner k?nnen es nicht sein, obwohl sie so ausschauen, denn die sind doch viel kleiner.? Da der Hof aber so gro? und herrlich anzuschauen war, schl?pfte er durch den Zaun hinein. Hier herrschte ein ganz anderes Leben. Alles war sauber und ordentlich und im Trog gab es K?rner im ?berfluss. ?Hier werde ich bleiben, das ist ein passender Ort f?r mich?, dachte er froh und stie? einen kr?ftiges ?Kikeriki? aus. Kaum hatten die gro?en Hennen seinen Schrei geh?rt, liefen sie zu ihm und blickten ihn verwundert an. ?Was bist du denn f?r einer??, fragten sie ihn, verdrehten ihre H?lse und legten die K?pfe fast auf den Boden, um ihn genauer zu betrachten.
Als der kleine Gockel so viele gro?e Gesch?pfe um sich versammelt sah, wurde er ein wenig ?ngstlich und machte sich noch kleiner, als er ohnehin schon war. Mit leisem Kr?chzen antwortete er: ?Ich bin ein Hahn.?
?Ein Hahn bist du??, kicherten die Hennen, ?hat man so etwas schon gesehen? Du bist ja viel kleiner als unsere K?ken, da kannst du kein richtiger Hahn sein.?
Schon kam der Hahn des Hofes angelaufen, um zu schauen, warum sich seine Hennen alle an einem Ort versammelt hatten.
?Was gibt es denn hier zu sehen??, erkundigte er sich neugierig mit lauter Stimme.
?Wir haben Besuch von einem Hahn bekommen?, rief eine lachend, ?der wird dir eine m?chtige Konkurrenz sein.?
Der kleine Gockel dr?ckte sich tief auf den Boden und zitterte heftig, als er den riesigen Hahn auf sich zukommen sah. Ein solch gro?es Gesch?pf mit so pr?chtigen Federn hatte er sich nicht vorstellen k?nnen.

Der Hahn jedoch blickte freundlich zu ihm herab und sagte: ?Na, da musst du aber noch viele K?rner picken, um so gro? und stark zu werden wie wir. Sei herzlich Willkommen auf meinem Hof. Wir werden dich zu unseren K?ken setzen, dort ist der richtige Ort f?r dich.? Da lachten die Hennen und auch der gro?e Hahn musste laut kr?hen, denn so einen winzigen und ?ngstlichen Gockel hatte er sein Lebtag noch nicht gesehen.
Dem kleinen Gockel aber war, als dr?hnte ihr heftiges Gel?chter wie ein Erdbeben und der Boden unter seinen F??en schien zu beben. Mit letzter Kraftanstrengung sprang er auf und floh hinaus. Er rannte und rannte und kam erst wieder zu Atem, als er vor dem Zaun seines Hofes stand. Dort wartete er eine lange Zeit, bis sich sein Herz wieder beruhigt hatte.

Als seine Hennen ihn sahen, begr??ten sie ihn aufgeregt und fragten, wie es ihm ergangen sei.
?Ach, wisst ihr?, sprach der Gockel noch etwas atemlos, ?ich war auf einem wunderbaren Hof. Die Hennen dort waren die Sch?nsten, die ich je erblickt habe. Als ich kr?hte, kamen sie gleich zu mir gerannt, warfen sich vor mir auf den Boden und bewunderten mich. Sogar ihr Hahn erkannte meine Gr??e und bot mir an, K?nig ?ber ihn und seine Kinder zu sein. Doch da dachte ich an euch und wie ihr wohl leiden w?rdet, wenn ich nicht mehr zur?ckkommen w?rde. Gro?es Heimweh erfasste mich und obwohl mir alle vom anderen Hof nachweinten, entschied ich mich, wieder hier zu leben.?
Da waren die kleinen Hennen froh, dass sie ihren Zwerghahn wieder hatten und feierten bis zum Abend seine Heimkehr.
31.3.05 14:16
 



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