Maerchenonkel

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Wolf und Ratz

Es war einmal ein Ratz, der lebte mit seiner Familie glücklich und zufrieden in einer Wolfshöhle. Wenn der Wolf seine Höhle verließ, machten sich die Ratten geschwind über die Reste seiner Beute her und da der Wolf ein guter Jäger war, mussten sie nie Hunger leiden.
So kam es, dass die Rattenfamilie rasch größer wurde und der Wolf immer häufiger auf Jagd gehen musste.
Der Ratz war sehr zufrieden und brüstete sich gegenüber seiner Frau, wie gut er doch sie und die ständig wachsende Kinderschar versorgen könne.

Bald jedoch kam der Winter und der Wolf fand nicht mehr so viel Nahrung wie früher. Da musste auch die Rattenfamilie hungern.
Eines Tages sprach die Rättin: „Lieber Mann, hörst du nicht, wie unsere Kinder wehklagen, weil seit Tagen ihre Bäuche leer sind? So kann es nicht weitergehen. Sorge dafür, dass wir wieder genug zu essen bekommen oder du darfst nicht mehr zu mir in unser kuscheliges Nest!“

Dies machte den Ratz traurig, denn nichts auf der Welt liebte er so sehr wie seine Rättin. Daher nahm er allen Mut zusammen und kroch eines Abends zitternd aus seinem Versteck, während der Wolf in seiner Höhle schlief.
Er stellte sich vor ihm auf die Hinterbeine und rief: „Hey, du blöder Wolf! Meine Frau ist böse mit mir, weil du uns nicht genug zum Fressen bringst. Geh also rasch wieder auf die Jagd, damit ich zu meiner Frau ins Nest darf.“

Der Wolf öffnete ein Auge und blinzelte verblüfft auf das kleine Wesen, das vor ihm stand.
„Lass mich in Ruhe schlafen“, knurrte der Wolf, „was geht mich dein Sexualleben an? Ich war den ganzen Tag auf Jagd und bin jetzt müde.“
„Nein, nein, so geht das nicht“, empörte sich der Ratz. „wir sind noch hungrig. Du musst wieder raus und für uns etwas jagen!“
„Gar nichts muss ich“, knurrte der Wolf und schloss sein Auge wieder.
„Pah, du bist wohl zu alt und schwach geworden, um meine Familie zu ernähren. Da werde ich mir wohl einen neuen Wolf suchen müssen!“
„Tschüss“, antwortete der Wolf und ließ ein lautes Schnarchen von sich hören.
„Menno“, rief der Ratz wütend, „ich will endlich wieder zu meiner Frau ins Nest. Also steh gefälligst auf und geh jagen – oder… “
„Oder?“, fragte der Wolf.
„… oder ich hau dich. Ich kann nämlich Karate!“
Und der Ratz sprang aufgeregt um den Wolf herum und fuchtelte mit seinen Vorderbeinen.
„Musst du nicht etwas näher an mich herankommen, wenn du mich hauen willst?“, fragte der Wolf unbeeindruckt.
„Das kannst du gerne haben“, antwortete die Ratte, sprang direkt vor das Maul des Wolfes und holte aus.
Der Wolf indes schnappte im Halbschlaf kurz zu – und schon war der Ratz verschwunden.

Und die Moral von der Geschicht`:
Manchmal hilft Karate nicht!
17.3.07 14:55
 



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