Maerchenonkel

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Der kleine Stern

Es war einmal ein kleiner Stern, der stand mit vielen anderen Sternen am nächtlichen Himmelszelt und sandte, so gut er dies vermochte, seine funkelnden Strahlen auf die Erde hinab. Mit der Zeit aber wurde er immer trauriger, denn er bemerkte, dass alle anderen Sterne um ihn herum viel größer und heller waren. Nacht für Nacht wurde sein Licht nun immer schwächer, bis es ganz zu erlöschen drohte.

Dies bemerkte der liebe Gott auf seinem Himmelsthron und er eilte zu dem kleinen Stern.
„Warum magst du denn nicht mehr leuchten“, fragte Gott besorgt, „bist du etwa krank geworden?“
„Ach, all die anderen Sterne glitzern doch viel prächtiger als ich“, antwortete der kleine Stern verdrossen, „da sieht mich doch eh niemand auf der Erde. Also habe ich beschlossen, gar kein Licht mehr auszusenden.“

Gott blickte den kleinen Stern mit ernstem Gesicht an und sprach:
„Meinst du nicht, dein Bruderstern zur Linken und dein Schwesterstern zur Rechten würden sehr traurig werden, wenn es dich am Himmel nicht mehr gibt? Und wenn sie traurig sind, wird auch ihr Licht bald verlöschen.“
„Das mag ja sein“, antwortete der kleine Stern, „aber es gibt doch so viele andere Sterne am Firmament, dass ich sie gar nicht zu zählen vermag. Was bin ich da schon mit meinem kleinen Licht?“
„Mit jedem Stern, der nicht mehr leuchten will, werden zwei andere ihr Licht auch nicht mehr aussenden wollen. Noch vor dem Ende dieser Nacht würde es keine Sterne mehr am Himmel geben!“, erklärte Gott.
„Aber die Menschen beachten uns doch sowieso nicht mehr“, meinte der kleine Stern trotzig, „würde ihnen denn etwas fehlen, wenn sie keine Sterne mehr am Himmel sehen?“

Gott lächelte: „Wenn keine Sterne mehr am Himmel stehen, wäre die Nacht tiefschwarz. Die Menschen würden sich in dieser Finsternis fürchten und mit der Zeit ihren Lebensmut verlieren. Das möchtest du doch nicht, oder?“
Der kleine Stern schüttelte nachdenklich den Kopf, und ganz langsam wurde sein Leuchten wieder etwas stärker.

Gerade wollte sich Gott von ihm entfernen, da rief der kleine Stern mit trauriger Stimme: „Aber hättest du mich nicht wenigstens etwas größer und heller machen können?“
Gott trat ganz nahe an den kleinen Stern heran und flüsterte: „Ich habe dich so klein gemacht, damit die anderen Sterne nicht neidisch auf dich werden. Du bist nämlich der wichtigste Stern am ganzen Firmament, denn in dir habe ich den Funken der Hoffnung verborgen.“
9.4.10 15:19
 



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